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Comenius-Projekt Kent

[2011 | Comenius-Projekt Kent]2011 Comenius Kent 1

Comenius-Projekt in Zusammenarbeit mit dem Minster College, Kent, England
in den Schuljahren 2009/10 bis 2010/11

Schüler der Carlo-Schmid-Oberschule („CSO”) in Berlin, Deutschland, und des Minster College (jetzt The Isle of Sheppey Academy), Kent, arbeiteten an Themen der Nachhaltigkeit und des ökologischen Bauens. Dazu gehörten gegenseitige Besuche der Gruppen. Nach vorbereitenden Treffen der Lehrer vertiefte jede der Gruppen ihre Kenntnisse des Themas als Teil der berufskundlichen Ausbildung am Minster College, beziehungsweise in einer zusätzlichen Arbeitsgemeinschaft an der CSO („Comenius Club”).

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Englisch ist normaler Teil des Curriculums der CSO und wurde durch Fachvokabular ergänzt, während die englischen Schüler vor und während des Austausches etwas Deutschunterricht erhielten. Jede Gruppe plante Aktivitäten für den Aufenthalt der anderen und bereitete Besichtigungen und Workshops vor. Die Kommunikation wurde durch regelmäßige E-Mails sowohl zwischen den Schülern als auch den Lehrern sichergestellt.

Im Juni 2010 kamen die Schüler aus Minster für zehn Tage nach Berlin. Ein Großteil der Zeit wurde mit der Arbeit an unserem Projekt „Think Europe – Go Green” verbracht. 2011 Comenius Kent 3Einer der Höhepunkte war eine Architektenführung durch ein hochmodernes so genanntes Passivhaus nahe der ehemaligen Berliner Mauer. In der Schule bauten beide Gruppen “Europartner”, lebensgroße Figuren, die ausschließlich aus organischen und wiederverwerteten Materialien sowie alten Kleidungsstücken hergestellt wurden. Natürlich hatten die britischen Besucher während ihres Aufenthaltes auch zahlreiche Gelegenheiten, in Kontakt mit ihren deutschen Partnern zu kommen und Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.

Im September reisten die deutschen Schüler nach England und Wales. Der Hauptteil der Arbeit am Projekt fand im „Centre for Alternative Technology” (CAT) in Wales statt, wo die beiden Gruppen mehrere Tage in „Öko-Hütten” wohnten.

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Dort nahmen sie an Workshops teil, die auch praktische Experimente umfassten, und entwarfen  Pläne für ein europäisches umweltfreundliches Haus. Sie fanden heraus, dass sich die Konstruktion von Wohngebäuden in Europa zukünftig auf Wärmedämmung, zweckmäßiges Design der Fenster und Einsatz nachhaltiger Baustoffe und erneuerbarer Energien z.B. aus Photovoltaikanlagen, wird konzentrieren müssen und erfuhren ganz praktisch, wie Fragen der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes das Design und die Konstruktion von Häusern verändern wird, indem umweltfreundliche Materialien zum Einsatz kommen, die die eher traditionellen Materialien ersetzen werden.

2011 Comenius Kent 7Nach den gegenseitigen Besuchen begann die Arbeit an den Produkten. Die Schüler erarbeiteten Texte mit Abbildungen zur Veröffentlichung im CSO-eigenen Terminplaner. Die Artikel sind über den gesamten Kalender verteilt, wobei jeder sich mit einem Aspekt umweltfreundlichen Verhaltens im Alltag beschäftigt, wie z.B. Müllvermeidung, vernünftiger Umgang mit Elektrizität, verantwortlicher Umgang mit Trinkwasser usw. Da die meisten unserer Schüler und Lehrer den Planer regelmäßig benutzen und die Mehrheit der Eltern ihn wöchentlich kontrolliert, erreichen wir durch das Veröffentlichen dort ein großes Publikum und stellen sicher, dass man immer wieder mit aktuellen Themen des Umweltschutzes konfrontiert wird und somit das Bewusstsein für dieses Thema steigt. Am Schluss des Kalenders gibt es ein kleines Quiz, das die Leser veranlassen soll, einige der Artikel noch einmal zu lesen.

Die Gruppe baute auch das Modell eines Ökohauses. In diesem werden alle Geräte und konstruktiven Elemente gezeigt, die der Nachhaltigkeit und dem Energiesparen dienen. Das Modell ist in der Eingangshalle der CSO ausgestellt, umgeben von Kartonmodellen historischer Häuser, die bereits einige der „modernen“ Elemente enthalten, wie z.B. dicke, wärmespeichernde Steinmauern, Dächer und Wände aus lokalem, nachhaltigem Material (Reet, Fachwerk) usw.

Außerdem wurde eine Mini-PowerPoint-Präsentation erstellt, mit der kurze Vorträge über das Projekt  bei Elternsprechtagen und ähnlichen Anlässen unterstützt werden können.
Zusammenfassend können wir feststellen, dass dieses Projekt dazu beitrug, den interkulturellen Austausch zu verbessern und das Verständnis der Schüler für aktuelle lebenswichtige Fragen vertiefte. Einigen fällt es schwer, sich mit Menschen und Problemen außerhalb ihres teilweise engen Umfeldes auseinanderzusetzen und sie sind sich der Erwartungen der europäischen Nachbarländer bezüglich Nachhaltigkeit, schwindenden Öl- und Gasvorräten und des Treibhauseffektes nicht bewusst. Während der gemeinsamen Projektarbeit begannen sie zu erkennen, welche Gefahren darin liegen, nichts gegen Umweltverschmutzung und Vernachlässigung von Fragen der Nachhaltigkeit zu tun und ihnen wurde klar, dass der Einzelne und die Nationen für einen Wandel verantwortlich sind. Ihnen wurden Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Ländern bewusst, sie erkannten  die Notwendigkeit, eine zweite europäische Sprache zu erlernen und lernten ein ihnen weitgehend unbekanntes europäisches Nachbarland kennen.

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